Der gescheiterte Versuch Guatemala

"Wir wollen Frieden in unserem Land. Aber wir müssen wissen: Der Friede ist eine Frucht des Geistes. Und der Geist ist ein Geschenk Gottes." General Efraim Rios Montt, Präsident von Guatemala, machte bei seiner Rede vor Lehrern in Retalhuleu am 24. Februar dieses Jahres deutlich, woher er Hilfe erwartet: "Gott ist der einzige, Der uns die richtigen Prinzipien lehrt."

Die braucht das seit Jahren vom Bürgerkrieg geschüttelte Land lebensnotwendig. 300 politische Morde gab es vor Rios Montt pro Monat, fast täglich explodierte in der Hauptstadt eine Bombe, Guerillas erschossen auf offener Straße Polizisten, Entführungen und Erpressungen waren an der Tagesordnung. Die Armee ihrerseits ließ Leute "verschwinden", richtete Blutbäder an unter den Indios, die mit den Revolutionären sympathisierten, weil sie ihnen bessere Lebensbedingungen versprachen.

Doch am 23.3.82 kam die Wende, geschah, was einige Christen dort "das Wunder von Guatemala" nennen: Durch einen unblutigen Staatsstreich junger Offiziere kam mit General Rios Montt ein überzeugter Christ an die Spitze des Landes. Er selbst war an dem Coup nicht beteiligt, und als die Putschisten den wegen seiner Integrität bekannten Mann baten, die Präsidentschaft zu übernehmen, antwortete der bekennende Christ: "Darüber muß ich erst mit meinen Brüdern beten." Gemeint waren die Ältesten der Verbo (=Wort) Kirche, einer charismatischen Gemeinde in Guatemala-Stadt.

Daß Rios Montt das Wort "cambio" (Wende) konkret meint, machte er sehr schnell deutlich:

  • Er sagte der allgegenwärtigen Korruption den Kampf an, feuerte korrupte Minister und Militärs, ließ jeden Beamten drei Dinge schwören: "Ich lüge nicht, ich stehle nicht, ich mißbrauche meine Macht nicht." Wie mir Einheimische bestätigten, hat danach eine radikale Änderung stattgefunden, und die Korruption ist weitgehend zurückgegangen.
  • Er verzichtete auf das überzogene Präsidentengehalt und begnügte sich mit dem eines Ministers.
  • Er erließ im Juni '82 eine Amnestie. Über 2.000 Guerilleros kamen daraufhin aus dem Untergrund, gaben ihre Waffen ab und leben seither wie jeder andere Guatemalteke.
  • Schließlich bat er christliche Missionsgesellschaften ins Land, um beim geistlichen und physischen Aufbau zu helfen.

Rios Montts großer Kredit ist seine Integrität. Er lebt selbst, was er predigt. Und der Erfolg gibt ihm recht: Bereits einen Tag nach seiner Machtübernahme gingen die Menschen wieder nachts auf die Straße, fuhren Busse wieder in fast allen Teilen des Landes, explodierten nur noch drei oder vier Bomben insgesamt, haben die Entführungen fast ganz aufgehört; die lähmende Furcht ist gewichen. "Gerechtigkeit erhöht ein Volk" (SPRÜCHE 14:34).

Natürlich ist dieser charismatische Präsident, der keinen Zweifel daran läßt, daß er das Schlagwort "cambio" zunächst auf die Umkehr des einzelnen und dann auf die der ganzen Nation zu Gott hin versteht, der linken Propaganda ein Dorn im Auge. Denn das Beispiel Guatemala ist im karibischen Raum die einzige echte Alternative zum Beispiel Kuba.

Wenn es Schule macht, wenn die Wunden dieser Nation heilen, kann eine ganze todkranke Region genesen.

Während die Massenmedien im Ausland beginnen, sich auf diesen "Mann einer Sekte" einzuschießen, nennen führende Christen im Land selbst Rios Montt den "Nehemia von Guatemala", von Gott berufen, das Land aus Schutt und Trümmern wieder aufzubauen - und zwar geistlich, moralisch und physisch.

Seine wöchentlichen Predigten in Radio und Fernsehen waren Evangelisation zur Umkehr und Neuwerdung. Seine Lokalgemeinde hatte keine ausreichend große Kirche, sie versammeln sich in einem Missionszelt. Von den 7 Millionen Einwohnern Guatemalas kamen 700.000 zum 100jährigen Jubiläumsfest für evangelikale Missionsarbeit. Ca. 25% der Bevölkerung nennen sich wiedergeboren. Allein die "Asambleas de Dios" (Gemeinde Gottes) hat in Guatemala City 128 Gemeinden mit 20.000 Gliedern. Außerdem gibt es andere biblische Pfingstgemeinden, Baptisten und charismatische Gruppen. Das Land erlebte eine echte Erweckung. Die Neubekehrten glauben natürlich nicht mehr den lügnerischen linken Terroristen. Scharenweise traten sie aus der katholischen Kirche aus.

Rios Montt erklärte im März 1983 eine totale Religionsfreiheit. Dadurch wurde das jahrhundertealte Privileg der bisherigen Staatskirche aufgehoben.

Das Vertrauen in der Bevölkerung, Erfolg in der Armenversorgung, Sicherheit auf den Reisen im Land regte den Neid. Haßerfüllte Artikel, persönliche Verunglimpfungen veranlaßten den Präsidenten, eine Pressezensur einzuführen. Natürlich kann niemand in 1¼ Jahren die Fehler von mehreren Generationen ausbügeln, wie Analphabetentum, Armut, Rassismus - der Weg und die Methode aber waren richtig.

Rios Montt wurde in der internationalen Presse und Medien als gefährlicher Sektierer gestempelt. Nach seinem Sturz wurde die Genugtuung genüßlich verbreitet: Jetzt ist wieder ein normaler General an der Macht - keiner, der versucht, seinem Volk "Erlösung" zu bringen. Ist es unnormal, wenn in einem Jahrhunderte hindurch sogenannten "christlichen Volk" der Präsident seine Beamten, die Geistlichen und das Volk aufrufen muß: "Nicht lügen, nicht stehlen, kein Machtmißbrauch."

Präsident Rios Montt rief sein Volk zur Buße und Umkehr. Er glaubte: "Gerechtigkeit erhöht ein Volk" - Die Militärs wollten es anders. Am 8.8.1983 wurde er gestürzt. Jetzt gilt es besonders für die Gemeinden Guatemalas zu beten, ernstlich für die Neubekehrten in Fürbitte einzutreten.

Quelle: Selbstbericht und Information aus "Charisma 40"