Der Zehnte - hast du Gott beraubt?
"Prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht ... Segen herabschütten werde ..."
DAS größte Gebot an Christen ist: "Der Herr, unser Gott, ist allein der Herr, und du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und mit allen deinen Kräften"
(MARKUS 12:29-30; KJV).
Dies ist das erste und größte Gebot, und wir sollten unser Leben danach richten. Bekommen wir nicht unsere Gesundheit, unsere Fähigkeiten und Besitztümer nur durch Gottes Gnade? Wir sind die Söhne und Töchter Gottes, und als solche - wenn wir behaupten, Christen zu sein - gehört Ihm alles, was wir haben und sind.
Wir brachten nichts in diese Welt und werden auf jeden Fall nichts wieder mit hinausnehmen, außer der Soll- oder Habenseite unseres Kontos, die zeigt, was wir im Namen Gottes getan haben, wie z.B. das Evangelium verbreitet durch Gedanken, Worte oder Taten oder irgendeine andere Art von Mithilfe. Denk daran: "… Alles Fleisch ist Gras, und die Anmut daraus ist wie eine Blume auf dem Felde: das Gras verdorrt, die Blume verwelkt … Ja, Gras ist das Volk! … Aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.”
Die meisten Leute haben sicherlich das im Alten Testament dargelegte Gesetz des Herrn gelesen, das Mose am Sinai von unserem allmächtigen Gott gegeben wurde. Wahrscheinlich werden sie auch die Anweisungen bezüglich der Zahlungsverpflichtung im Gottesdienst bemerkt haben - bekannt als "Zehnter". Würde diese Bezahlung in striktem Gehorsam dem göttlichem Gesetz gegenüber ausgeführt werden, wäre sie mehr als ausreichend, um die Kosten der Evangelisation und der Verbreitung des Evangeliums bis ans Ende der Erde zu decken. Stattdessen entdecken wir, daß diese Arbeit nicht nur schlecht finanziert ist, sondern sogar fürchterlich um ihre Existenz kämpfen muß, um überhaupt gegen die Sünde, Ungerechtigkeit und Unredlichkeit Krieg führen zu können.
Statistisch gesehen scheint es so zu sein, daß nur ungefähr 5% unserer sogenannten christlichen Bevölkerung erkannt hat, daß es nicht nur notwendig ist, den Zehnten zu geben, wie es sich gehört, sondern daß es auch ein sehr ausdrückliches und deutliches Gebot Gottes ist.
Der "Zehnte" ist ein zehnter Teil unseres Einkommens. Eins zu Zehn. Ein Schilling zu zehn usw. Du kannst dies in 3. MOSE 27:30 nachlesen: "Alle Zehnten im Lande, vom Ertrag des Landes und von den Früchten der Bäume, gehören dem Herrn und sollen dem Herrn heilig sein."
Aufgrund dieses uralten Gebotes, welches heutzutage sehr vernachlässigt wird, wird in einigen Gemeinden immer noch das Erntedankfest gefeiert, der Brauch, Gott die Erstlingsgaben der Ernte zu übergeben, welche letztendlich an Wohltätigkeitsvereine gespendet werden.
Gott hat uns geschaffen. Alles, was wir haben und sind, gehört Ihm. Er sollte den ersten Anspruch auf uns in allen Dingen haben. Ist dies so in unserem Leben? Oder sind wir weit entfernt von dieser großartigen Wahrheit?
Wir lesen in MALEACHI 3:8: "Ist's recht, daß ein Mensch Gott betrügt, wie ihr mich betrügt! Ihr aber sprecht: "Womit betrügen wir dich?" Mit dem Zehnten und der Opfergabe!"
Wir lesen in Vers 10; KJV: "Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf daß in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und einen solchen Segen herabschütten werde, daß dort nicht genug Platz sein wird, um es zu empfangen."
Was für eine Herausforderung! Was für eine Verheißung!
Doch wir als Gesamtheit ignorieren es völlig. Nur vereinzelte Leute hier und da richten sich danach. Es wird als Grundprinzip des göttlichen Gesetzes und als Ausübung des Glaubens in der Lehre der British Israel World Federation angeführt.
Im zweiten Buch der Chronik lesen wir: "Seit der Zeit, da man angefangen hat, die Abgaben ins Haus des Herrn zu bringen … hat der Herr sein Volk gesegnet.”
Nochmals in SPRÜCHE 3:9-10: "Ehre den Herrn mit deinem Gut ... so werden deine Scheunen voll werden ..."
Das ist eine sehr deutliche Herausforderung Gottes an Sein Volk. Wir werden nicht gebeten, etwas für nichts zu geben. Es ist eine Herausforderung, dem Herrn etwas zu geben. Mehr eine Herausforderung an unseren Glauben an Gott als an unsere Großzügigkeit. Eine Herausforderung, die uns uneingeschränkte und absolute Zuversicht in Sein göttliches Wort lehrt. Und wenn wir dieses uneingeschränkte Vertrauen in Sein Wort haben, können wir uns durchaus sicher sein, daß Gott Seine Verheißungen ausführen wird, und unsere Belohnung wird das, was wir Gott gegeben haben, in einem großen Ausmaß übertreffen. Mit anderen Worten - "so werden deine Scheunen voll werden."
Die Wahrheit über den Zehnten ist eine der Wichtigsten, doch wird sie immer noch von Mitgliedern der christlichen Kirche mißachtet und zweifellos mißverstanden.
Gott erklärt ganz deutlich und eindeutig Seine Gebote in bezug auf den “Zehnten”. Wenn man diese einhält, würde man Geldmittel im Überfluß zur Verfügung haben, um die Arbeit des Herrn in alle Richtungen auszuführen.
Wir sind herausgefordert, dieses Prinzip einzuhalten und darauf zu achten, wie die Belohnung kommt.
“Und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht … einen solchen Segen herabschütten werde, daß dort nicht genug Platz sein wird, um es zu empfangen.”
Was für eine Herausforderung, Gott zu glauben! Gehören wir zu den unschlüssigen Menschen, die nur bis zu einem gewissen Punkt vertrauen, aber nicht mehr mitmachen, wenn dieses Vertrauen “die Geldbörse betrifft”? Zeit und Begeisterung werden gerne gegeben, aber wir müssen ausreichenden Glauben haben, um von unserer Substanz zu geben – wie befohlen! Was wollen wir mehr, als Gottes unfehlbares Wort! Wir leihen es nur dem Herrn, und Er gibt es uns mit viel Gewinn zurück.
Von allen Kirchengemeinden erkennt und befolgt nur ein kleiner Anteil dieses Prinzip. Die meisten gehören zu den “Kann nichts”, “Hab’ nichts” und “Weiß nichts darüber”; viele behaupten sogar: “Ich habe noch nie etwas davon in der Gemeinde gehört.”
Wer auch immer der Schuldige sein mag … Wie kann man nur das göttliche Gesetz so völlig ignorieren und vernachlässigen?
Hast du jemals einen Pastor in irgendeiner Gemeinde eine Predigt über den “Zehnten” halten hören? Wenn ja, dann hast du Glück gehabt, denn ich habe es noch nicht gehört. Einmal jedoch hörte ich, wie das ganze Gesetz von einem holländischen Pastor sehr grob, aber doch sehr wirksam bei einem “Nachtmaal” zusammengefaßt wurde. Er begann seinen Gottesdienst mit: “Wir sind 7.500 DM schuldig”, und noch bevor das Nachtmaal zu Ende war, hatte er sich Zusagen für die gesamte Summe eingeholt.
Der sehr bekannte Prediger Lionel Fletcher sagte: “Ich möchte sagen, daß ich in meinen dreißig Jahren im christlichen Dienst noch nie eine Gemeinde oder Person getroffen habe, die absolut ernsthaft die Herausforderung in Maleachi annahm und dann nicht die entsprechende Erfüllung auf die Verheißung empfing.”
Von meinem persönlichen Standpunkt aus gesehen kann ich auf jeden Fall für diese Erfüllung aus lebenslanger eigener Erfahrung bürgen.
Der bekannte Schriftsteller P.W. Thompson, M.A., welcher ausgezeichnete Bücher über dieses Thema schrieb, sagte: “Besorge dir ein einfaches Heft, in welchem du alle Einnahmen in Form von Löhnen und Gehältern usw. niederschreibst. Auf der gegenüberliegenden Seite halte alle Gaben fest, die du für die Arbeit Gottes gegeben hast, wie z.B. Opfergaben, Geschenke an Bettler, Spenden für Wohltätigkeitszwecke oder Waisenhäuser, Spendenaktionen usw. Dadurch wäre es einfach, jederzeit beide Seiten zu addieren und zu sehen, ob du den sogenannten “ganzen Zehnten” gibst, welcher 10% der Gesamtsumme entspricht.“
Eine ausgezeichnete Idee, und wenn alle Gläubigen sie praktizieren würden, könnten sie einen großen Nutzen daraus ziehen.
Nachdem ich diese Wahrheit vor vielen Jahren erkannt hatte, und zwar nicht, weil ich Gottes Herausforderung annehmen oder eine besondere Belohnung bekommen wollte, sondern weil ich dieses Prinzip der Bibel soweit wie möglich einhalten wollte, kann ich mit gutem Gewissen bestätigen, daß die Fenster des Himmels geöffnet wurden. Die materiellen Segnungen, die mir seitdem zugefallen sind, sind nicht zu vergleichen mit den wenigen Bemühungen meinerseits, mich nach dieser Wahrheit zu richten. Wenn ich Erfolg in meinem Leben hatte, fühlte ich mich - verglichen mit meinen Bemühungen - eigentlich oft völlig unwürdig. Es war noch erstaunlicher, daß ich trotzdem meine Pflicht erfüllte, selbst wenn ich von unerwarteter Quelle in einem Jahr besonders schwer finanziell getroffen wurde. Dadurch, daß ich dann sofort dafür belohnt wurde, auch wieder aus unerwarteter Quelle, mußte ich die höchste Einkommenssteuer meines Lebens entrichten.
Solche Erlebnisse dienen nur dazu, die Erkenntnis tiefer in unsere Seele einzupflanzen, daß wir unseres “Bruders Hüter“ sind und daß alle Dinge zur Ehre Gottes dienen sollten.
Wenn man angefangen hat, den Zehnten zu geben, muß man nicht lange danach suchen, wo man das Geld einsetzen könnte. Es gibt zu viele Bedürfnisse, denen wir nie gerecht werden können. Schon bald wirst du erkennen, daß die Segnungen auf dich zurückkommen. Vielleicht nicht so, wie du es dir vorgestellt hast, aber sie werden zu der Zeit kommen, die Gott vorgesehen hat, und unsere Belohnung ist sicher und gewiß.
Fürchte dich nicht, mit diesem Schema zu beginnen, weil du es dir vielleicht nicht leisten kannst, denn genau dieser Umstand läßt unser Opfer vor Gott wertvoller sein und beweist, daß wir Gott gemäß Seinem Gebot mit unserer Substanz ehren. Auf der anderen Seite zahle nicht den Zehnten mit derselben Freude, die du bei Magenschmerzen hast. Es soll ein freudiges Geben unsererseits sein, denn erinnere dich: “Geben ist seliger denn Nehmen”, und “Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb”. Welch ein Gefühl der innerlichen Freude es hinterläßt, wenn man etwas für den Dienst Gottes gegeben hat!
Zweifellos kam in der Vergangenheit wie auch in der Zukunft ein Gefühl der Verzweiflung und des Abscheus vor der Menschheit auf. Denn egal, wie sehr wir es versuchen mögen oder wieviel wir von uns geben in unseren Bemühungen, den Benachteiligten, den weniger Reichen, denen, die es verdienen und nicht verdienen zu helfen, werden wir sicherlich mehr Tritte und Beschimpfungen als Dankbarkeit empfangen. Die Unmenschlichkeit unter den Menschen ist fast unglaublich. In gewissen Fällen mögen wir Beschimpfungen und Undankbarkeit bekommen, nachdem wir Freunde oder sogar Verwandte bedienten. Durch solche Vorfälle werden wir höchstwahrscheinlich die Menschheit verabscheuen und uns schwören, niemals irgend jemandem mehr zu helfen. Sollten wir aber versuchen, Christen zu sein, werden wir dennoch – und Gott sei Dank für dieses dennoch – das geistige innere Bedürfnis haben, welches uns wieder und wieder dazu treibt, den ärmeren Leuten im Leben zu helfen, selbst wenn einige das manchmal bestimmt nicht verdienen. Im Endeffekt stimmt doch so ein Plan mit den Richtlinien der “Bergpredigt“ überein. Und wieder einmal denken wir an die Worte des Herrn: “Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.”
Solche Nächstenliebe kommt, wenn du den Zehnten gibst. Es macht nichts, wie wir der Menschheit helfen. Es gibt jedoch keinen besseren Dienst, als die Gemeinde und die Verbreitung des Evangeliums des Königsreiches zu unterstützen.
Die Bibel stellt es klar, daß es nichts mit Nächstenliebe zu tun hat, denen zu geben, die nicht in Not sind, oder aus dem Grund zu geben, weil man sich sicher ist, etwas zurückzubekommen.
Einige behaupten, daß die schwache geistige Haltung in der Kirche auf die Nichtbeachtung des Zehnten zurückzuführen ist, da finanziell gesehen viele Kirchen sprichwörtlich arm wie eine Kirchenmaus sind. Was für eine tiefe Schande für unsere sogenannte christliche Bevölkerung!
Aus einem kürzlich erschienenen Artikel des “Kingdom Digest" von Kenneth S. Keyes zitieren wir einige Beispiele des Zehnten und die Meinungen von wohlbekannten Geschäftsmännern.
William Colgate zog mit 16 Jahren von zu Hause aus. Als er ins Leben aufbrach, gab ihm ein Schiffskapitän diesen Rat: “Jemand wird bald der führende Seifenhersteller in New York sein. Du könntest es sein, genau wie jeder andere auch. Gib dem Herrn alles, was Ihm gehört, von jedem Dollar, den du verdienst. Sei ehrlich in deinem Erfolg und betrüge nie, und ich bin mir sicher, daß du ein erfolgreicher und wohlhabender Mann sein wirst.”
Colgate kannte die Seifenbranche. Er bekam eine Anstellung in einer New Yorker Fabrik und schloß sich einer Kirche an. Sein Einkommen war gering, aber er gab dem Herrn zehn Cents von jedem Dollar. Er machte schnell Fortschritte. Bald war er Geschäftspartner, und als sein Partner starb, übernahm er das gesamte Geschäft. Heute sind die Produkte von Colgate in der ganzen Welt bekannt.
Als sein Geschäft weiter florierte, gab er zwei Zehntel an Gott. Dann gab er drei Zehntel, vier Zehntel, fünf Zehntel und letztendlich, als seine Kinder ausgebildet waren, gab er sein gesamtes Einkommen dem Herrn. Dadurch, daß er Gott mit seinem Gut ehrte, erwarb er sich ein großes Vermögen und ein großes Geschäft.
John D. Rockefeller antwortete auf die Frage: “Ja, ich gebe den Zehnten. Ich mußte als kleiner Junge anfangen zu arbeiten, um meiner Mutter zu helfen. Die erste Woche brachte ich meine 1,5 Dollar nach Hause. Und als meine Mutter diese in ihrem Schoß hielt, erklärte sie, daß sie sich freuen würde, wenn ich dem Herrn ein Zehntel davon geben würde. Ich tat es, und von diesem Tag an gab ich von jedem Dollar, den Gott mir anvertraute, meinen Zehnten. Ich möchte euch sagen, daß, wenn ich nicht von meinem ersten verdienten Dollar den Zehnten gegeben hätte, hätte ich auch nicht den Zehnten von der ersten verdienten Million gegeben. Trainiere die Kinder, den Zehnten zu geben und sie werden als treue Haushalter im Herrn aufwachsen.”
Der gefeierte Heinz der berühmten “57 Sorten”, H.P. Crowell von “Quaker Oats” und Kraft von “Kraft Käse” sind nur einige der erfolgreichsten Geschäftsmänner, die Wohlstand und Ruhm erlangten, weil sie Gott mit ihrem Vermögen ehrten.
Hier ist ein bemerkenswertes Beispiel eines Landwirts in Florida (U.S.A.), der berichtet: “Seit 41 Jahren habe ich den Zehnten meines Einkommens zur Ehre des Herrn gegeben. Die Art und Weise, wie ich erfolgreich wurde, grenzt an ein Wunder. An diesem Ort haben viele Landwirte 50-100 Morgen Land bepflanzt (er hatte nur 20), doch keiner von ihnen hat soviel geerntet wie ich. Für viele Jahre hatte ich ein durchschnittliches Nettoeinkommen von über fünftausend Dollar. Ich habe genug, damit es uns für den Rest unseres Lebens gut geht. Alles, was ich von nun an verdiene, wird dazu benutzt, das Königreich unseres glorreichen Herrn zu verbreiten.”
Es ist interessant zu bemerken, daß P.W. Thomson, M.A. in seiner Arbeit “Der ganze Zehnte” zeigt, daß der ganze Zehnte 10%, oder zwei Schillinge pro Pfund entspricht. Außerdem betragen der “Zehnte und die Opfergaben” drei Schillinge pro Pfund, und letztendlich werden “der ganze Zehnte und die Opfergaben” plus “freiwillige Opfergaben” bis zu 20% oder vier Schillinge pro Pfund betragen, wenn man so gesegnet ist, daß dies möglich ist.
Man hört von Gottesdienern und Rednern aller Konfessionen, die die Gleichgültigkeit unter den Leuten gegenüber der Religion bedauern, und normalerweise wird als Gegenmittel mehr Gebet empfohlen. Das mag vielleicht sein, aber ist es nicht eher die Tatsache, daß so viele die göttlichen Prinzipien erbärmlich ignorieren und deshalb diese große Gleichgültigkeit herrscht? Und wird es jemals besser werden, bis die Leuten dies Lebensprinzipien endlich gelehrt werden, damit sie danach leben werden?
Sollten sie anfangen, den Zehnten zu geben, würde dies eine solide Basis der Unterstützung sicherstellen, wodurch das Evangelium wie befohlen an alle Enden der Erde verbreitet werden könnte. Das würde die gottesverächtlichen Dinge wie Basare, Tombolaverlosungen, Wohltätigkeitsverkäufe, spezielle Aufrufe und alle Fonds, die als Ersatz des Zehnten existieren, um die Kirchenarbeit allgemein zu finanzieren, beiseite schaffen. Diese Appelle landen immer auf den Schultern der wenigen Freiwilligen und hilfreichen Arbeitern. Es ist nicht richtig, daß die wenigen Treuen immer die Last der Gleichgültigen in der Unterstützung der Kirche und der Verkündigung des Evangeliums tragen müssen. Doch, und dessen sei dir gewiß, solche Aktionen sind nicht verschwendet vor dem Allmächtigen Gott.
Es wird Zeit, daß unsere moderne Gesellschaft mit der Denkweise aufhört, daß es reicht, am Sonntag ein “Fünfpfennigstück auf das Tablett“ zu legen, um sich dadurch einen vorderen Platz im Himmel sicherzustellen! Es war John Wesley, der sagte: “Derjenige, der nur die Absicht hat, gerade noch in den Himmel zu kommen, sollte besser versuchen, direkt in die Hölle zu gehen.”
Reichen Leuten sollte es natürlich viel leichter fallen, den Zehnten zu geben, aber tun sie es? Ich denke, es ist eher das Gegenteil. Lies, was der Apostel Paulus zu solchen Leuten sagt: “Den Reichen in dieser Welt gebiete, daß sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den ungewissen Reichtum, sondern auf den lebendigen Gott, der uns reichlich mit allen Freuden des Lebens versorgt; sag ihnen, daß sie freigebig sein sollen, reich an guten Werken, gerne geben und großzügig, sich selbst einen guten Grund aufs Zukünftige legen, auf daß sie ergreifen das wahre Leben”
(1. TIMOTHEUS 6:17-19; KJV).
Da wir unter dem neuen Bund sind, wird von einigen behauptet, daß wir nicht unter dem Gesetz sind und deshalb den Zehnten nicht zu zahlen brauchen. Dabei vergessen wir, daß der Zehnte ursprünglich durch den Glauben von Abraham entstanden ist. Andere hingegen behaupten, daß alle Dinge von Gott sind und deshalb in jeder Hinsicht und zu jeder Gelegenheit zur Verherrlichung Seiner Arbeit benutzt werden sollten – ohne jegliche Rücksicht auf die 10 Prozent, bezeichnet als Zehnter. Persönlich bevorzuge ich die letztere Ansicht und betrachte die 10 Prozent als absolutes Minimum.
Gott wird mit Sicherheit niemandem etwas schuldig bleiben, und jeder, der dem Herrn etwas von seiner Substanz gibt, wird ganz gewiß über alle Erwartungen belohnt werden – im Einklang mit Gottes Herausforderung und Verheißung.
Es gibt ein rabbinisches Sprichwort unter den Juden, welches sagt: “Zahle deinen Zehnten und werde reich”, und es ist sicherlich kein wertloses Sprichwort, denn wenn es ums Geld geht, wissen die Juden gewiß alles darüber!
Es mag argumentiert werden, daß die Steuern heutzutage viel zu hoch sind, um den Zehnten zu zahlen, doch das ist eine irrtümliche Idee, und Augustinus gab darauf die beste Antwort: “Zahle zuerst die Steuern Gottes, und dann wird dir auf wunderbare Weise bei den Steuern des Kaisers geholfen.” Hierin steckt viel Weisheit.
Augustinus hatte nicht den geringsten Zweifel daran, daß Gott die Fenster des Himmels öffnen und die Belohnung an diejenigen zurückgeben würde, die ernsthaft das Prinzip des Zehnten einhalten. Solch ein Unterfangen mag sogar zuerst einige vorübergehende finanzielle Schwierigkeiten hervorrufen, doch vergiß nicht, daß Gott nicht lange in unserer Schuld stehen wird. Die bevorstehende Zeit, in der du auf die Belohnung wartest, mag sich mehr als eine Anfechtung auf deinen Glauben als auf deine Finanzen herausstellen, doch verlaß dich darauf, daß jeder Pfennig, den du für den Dienst des Herrn gegeben hast, doppelt zurückkommen wird - oder sogar mehr.
“Prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth.”
Es gibt keine deutlichere Herausforderung in der ganzen Bibel. Eine Herausforderung an unsere Persönlichkeit, unseren Glauben, unseren Charakter und unser Vertrauen in Gott.
Hier ist eine Gelegenheit, die Herausforderung von Gott anzunehmen.
Warum nicht danach handeln und die übernatürliche Großzügigkeit der Göttlichkeit erfahren, die unser Leben so formen kann, daß es mit Seiner Gnade und Herrlichkeit gekrönt wird?
Ich habe es ausprobiert, bewiesen und festgestellt, daß Gottes Plan die beste Sicherheit ist. Warum nicht die Herausforderung annehmen?
Überliefert als ein öffentlicher Vortrag von 1949
Quelle: Gilbert C. Saddler, Christen erwacht!, Seite 144 - 151
