Frauen im christlichen Dienst
Argumente & Erklärungen
Traditioneller Weise war es Frauen bislang nicht erlaubt einen christlichen Dienst auszuüben oder Männer zu lehren. Dies hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten geändert, und immer mehr Kirchen haben weibliche Geistliche oder Pastoren eingesetzt. Die nachfolgenden zwei Verse stehen im Mittelpunkt der Frage, ob es Frauen erlaubt sein soll, im Dienst zu stehen oder nicht.
„Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau aber gestatte ich nicht, daβ sie lehre, auch nicht, daβ sie über den Mann Herr sei, sondern sie soll stille sein. Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und ist in Übertretung geraten“
(1. TIMOTHEUS 2:11-14).
„Eure Frauen sollen schweigen in der Gemeinde; denn es ist ihnen nicht gestattet, daβ sie reden, sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so sollen sie daheim die eigenen Männer fragen. Denn es steht den Frauen übel an, in der Gemeinde zu reden“
(1. KORINTHER 14:34-35).
Wir können folgende Schluβfolgerungen aus diesen zwei Versen ziehen:
- Eine Frau soll in der Gemeinde still sein. Dies wird genauer erklärt und bedeutet nicht unbedingt vollkommen still zu sein, sondern vielmehr, nicht zu lehren.
- Eine Frau soll keine Autorität über den Mann ausüben.
- Der Grund dafür ist, daβ Gott zuerst Adam geschaffen hat und die Frau leichter zu täuschen ist, als der Mann.
Warum werden diese unmißverständlichen Verse umgedeutet, und welche anderen Bibelstellen werden angeführt, um den christlichen Dienst von Frauen zu rechtfertigen? Erörtern wir die Hauptargumente
Argument 1:1
Die Bibel lehrt mit Sicherheit nicht, daβ eine Frau in der Gemeinde absolut still sein soll.
Frauen reden in der Gemeinde durch geistige Gaben und Gebet – 1. KORINTHER 11:5: „Jede Frau aber, die betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt.“
Frauen müssen auch in 1. KORINTHER 14:26 mit einbezogen sein:
„… so hat ein jeglicher von euch einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Zungenrede, er hat eine Offenbarung, er hat eine Auslegung.“
APOSTELGESCHICHTE 2:17 sagt, daβ in den letzten Tagen
„eure Söhne und eure Töchter weissagen sollen.“
Philippus, der Evangelist, hatte vier Töchter, die weissagten (APOSTELGESCHICHTE 21:9).
Antwort:
Da sich die Bibel nicht selbst widerspricht, müssen wir herausfinden, was genau eine Frau in der Gemeinde sagen darf. Daher ist eine Studie der griechischen Wörter lehren / predigen / weissagen usw. angebracht. Für den interessierten Leser ist diese im Anhang aufgeführt. Für all diejenigen, die nicht zu viel Zeit auf das Griechische verwenden möchten, haben wir hier die Resultate aufgelistet:
- Eine Frau darf (und soll) den Heiden predigen.
„Predige das Wort, tritt dafür ein, es sei zu gelegener Zeit oder zur Unzeit“
(2. TIMOTHEUS 4:2) gilt sicherlich auch für Frauen. - Eine Frau darf andere Frauen lehren:
„... daβ sie die jungen Frauen Zucht lehre“
(TITUS 2:4). - Eine Frau darf beten und im Gottesdienst die geistigen Gaben anwenden (1. KORINTHER 11:5).
- Aber eine Frau darf NICHT die Position eines Lehrers einnehmen, mit dem Mann in untergeordneter Studentenrolle, wodurch sie Autorität über ihn bekommt (1. TIMOTHEUS 2:12).
Argument 2:
Die Wörter lehren und Lehrer stehen 119 mal im Neuen Testament. Nur eine dieser Stellen verbietet Frauen zu lehren, nämlich 1. TIMOTHEUS 2:12:
„Einer Frau aber gestatte ich nicht, daβ sie lehre, auch nicht, daβ sie über den Mann Herr sei, sondern sie soll stille sein.“
Paulus bezieht sich hier jedoch nicht allgemein auf Frauen, die Männer lehren, sondern auf Ehefrauen, die ihren Einfluß auf ihre Männer mißbrauchen (Sex).
Andere Verse, wie z.B. MATTHÄUS 28:19, KJV zeigen, daβ es Frauen befohlen ist, zu lehren.
„Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Dieses Gebot richtet sich an alle Gläubigen, einschlieβlich Frauen.
Ebenso 1. KORINTHER 12:28 – bezieht sich dieser Vers nur auf Männer? „Und Gott hat etliche in der Gemeinde gesetzt erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; danach Wundertäter, danach die Gaben der Heilung, der Hilfe, der Führung, Arten von Zungereden.“
Frauen werden vom Lehren nicht ausgeschlossen, genau wie in KOLOSSER 3:16:
„Lasset das Wort Christi reichlich unter euch wohnen in aller Weisheit; LEHRET und ermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern und singet dem Herrn lieblich in eurem Herzen.“
Antwort:
Dieses Argument basiert auf VERMUTUNG und kann daher nicht akzeptiert werden.
Schauen wir uns z.B. 1. KORINTHER 12:28 an. Unter den hier Aufgeführten sind sicherlich auch Frauen. Die Bibel erwähnt weibliche Propheten. Frauen sind in „Arten von Zungenreden“
mit einbezogen. Doch würde Gott weibliche Lehrer einsetzen, im Widerspruch zum Rest Seines Worts (es sei denn, sie lehrten andere Frauen)? Oder würde Gott wollen, daβ Frauen Neubekehrte taufen (MATTHÄUS 28:19), obgleich nirgendwo in der Bibel eine Frau jemanden getauft hat?
An der Auslegung von 1. TIMOTHEUS 2:12 sieht man, daß noch andere Vermutungen angestellt wurden, nämlich daβ der Vers nur Ehefrauen meint, nicht Frauen im allgemeinen (im Griechischen benutzt man tatsächlich dasselbe Wort für „Frau“ und „Ehefrau“), und daβ diese ihre sexuelle Wirkung auf den Mann nicht ausnutzen sollen, wie es z. B. Delila mit Simson gemacht hat oder Isebel mit Ahab.
1. TIMOTHEUS 2:9 zeigt jedoch, daβ sich dieser Abschnitt auf Frauen im allgemeinen bezieht und nicht nur auf Ehefrauen. Oder sollen sich nur Ehefrauen „in schicklicher Kleidung mit Schamhaftigkeit und Zucht schmücken, … nicht mit Haarflechten oder Gold oder Perlen“
? Das muß sich bestimmt an alle Frauen richten. Und obwohl Sex sicherlich ein Mittel ist, wie Frauen ihren Männer manipulieren können, erklärt dies jedoch nicht den Aspekt des Lehrens, wie in Vers 12 erwähnt. Lehren ist vielmehr mit Autorität verbunden – und Gott möchte weder, daβ Frauen lehren, noch daβ sie Autorität über Männer ausüben. Er führt in 1. TIMOTHEUS 2:13-14 auch den Grund dafür an: Adam wurde zuerst geschaffen, und er wurde nicht verführt.
Als Adam in den Garten gesetzt wurde, war Luzifer, der gefallene Cherub, eifersüchtig auf Adam, den Herrn des erneuerten Planeten. Luzifer, der zum Teufel geworden war, hatte sich zuvor zum Feind Gottes und Seines Plans gemacht. Er wollte nicht, daß Gott mit der Füllung der Erde Erfolg hat. Von Anfang an steckte es in des Teufels dunklem Herzen, Adam zum Ungehorsam gegenüber Seinem Schöpfer zu verführen. Satan wollte Adam zu genau dem Rebellen machen, der er schon seit langem war. Aber Satan ging nicht auf Adam zu. Er wartete und beobachtete ihn.
Nachdem Gott Adam geschaffen hatte, gab Er ihm die Aufgabe, alle Tiere zu benennen. Er gebot dem ersten Menschen, nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen, und Er sagte ihm, daβ er sich die Erde untertan machen und über das Tierreich herrschen solle. Seine Hauptaufgabe bestand darin, den Garten anzulegen und zu pflegen (1. MOSE 2:15). So war Adam, schon bevor Eva erschaffen wurde, ein ausgewachsener Mann, der fest in seiner Beziehung zu Gott verwurzelt und völlig von seinem Lebenswerk eingenommen war.
Adam war allein als er seiner Berufung folgte und dem Gebot Seines Schöpfers gehorchte. Während er seinen Plichten nachging, wurde er eines Bedürfnisses gewahr, das er nicht erklären konnte, obwohl er es in dem Verhalten der männlichen und weiblichen Tiere beobachtete. Er war einsam. Er hatte niemanden, mit dem er seine Errungenschaften und Eroberungen teilen konnte. Gott sah Adam und sprach: „Es ist nicht gut, daβ der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.“
(1. MOSE 2:18). Gott versetzte Adam in einen Schlaf und nahm eine Rippe aus seiner Seite, um ihm eine Frau als Gehilfin zu geben, die seine Bedürfnisse befriedigen sollte.
Satan hätte diesen einsamen Mann jederzeit versuchen können, denn er besaß keine Kenntnis über Gut und Böse. Doch Satan zog es vor zu Warten – zu Warten auf die Erschaffung des schwächeren Gefäβes. „Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und ist in Übertretung geraten.“
(1. TIMOTHEUS 23:13-14). Satan wuβte, daβ der Mann nicht getäuscht werden konnte, die Frau jedoch schon. Als sie zum Baum kam, überzeugte er sie, daβ es besser sei, auf einem höheren Niveau „wie Gott“ zu leben – mit dem geistigen Einblick in die Natur von Gut und Böse. Eva wurde auf dreifältige Weise getäuscht:
1. Sie folgte ihrem Fleisch, indem sie den Baum und dessen Frucht begehrte.
2. Sie erlag seiner Schönheit und begehrte ihn aufgrund seines Äußeren. Sie folgte keiner Logik; sie folgte ihrem Gefühl.
3. Sie wollte ein tieferes geistiges Verständnis, als das, welches Gott für sie bereithielt.
Die Ursache für Evas Versagen war ihr Unwille, weder Gott noch ihrem Ehemann zu glauben. Sie sollte Adams Gehilfin sein, doch sie verhalf sich selbst zu geistiger Erkenntnis und handelte auf eigene Faust; so wurde sie zu seinem Fall statt zu seiner Gehilfin.
Warum vermied Satan Adam und wendete sich mit seinem Angebot gröβerer Geistlichkeit an Eva? Luzifer ist ein männliches Wesen (JESAJA 14:12-20). Er versteht den natürlichen Widerstand des Mannes. Er weiß, daβ Männer „nein“ sagen, nur um zu beweisen, daβ sie das Sagen haben. Doch Luzifer sah, daβ diese sanfte, liebliche Frau anfällig war. Gott hatte sie von Natur aus empfänglich gemacht, und sie war vertrauensselig und naiv. Wegen ihrer Bereitschaft rational zu Denken, konnte sie verführt werden – obgleich sie die besten Absichten hatte ...
Um der Kinder willen, die sie aufziehen muβ, hat Gott die Frau einfühlsam und empfindlich geschaffen. Die Seele einer Mutter muß verletzlich sein, die äuβere Schale dünn. Sie muβ schnell fühlen, lieben, Mitleid haben, Trost spenden und das Beste glauben. Empfänglichkeit ist der gröβte natürliche Vorzug einer Frau und ihr gröβter Schwachpunkt. Eine Frau kann stark und hart werden, skeptisch und zurückhaltend in Beziehungen, genau wie ein Mann. Sie kann vorsichtig und zynisch werden, doch verliert sie dadurch ihre Weiblichkeit und ist für einen Mann nicht mehr attraktiv. Schließlich wird sie sich selbst nicht mehr leiden können. Ohne den Schutz ihres Ehemannes wird sie unglücklich ihre eigenen Kämpfe austragen und versuchen, sich auf gleichem Stand mit den Männern durchzuschlagen. Man muß nur die Gesichter und Manieriertheiten der unverblümten Feministinnen und Lesben anschauen. In ihrem Versuch ihre Verletzlichkeit abzulegen und ihre Unabhängigkeit auszudrücken, legen Feministinnen Charakterzüge und Verhaltensmuster an den Tag, die völlig auβerhalb ihrer geschaffenen weiblichen Natur liegen. Sie verlieren ihre Schönheit und ihren Reiz und werden zu armseligen Abziehbildern der Männer.
“Created To Be His Help Meet”, by Debi Pearl, No Greater Joy Ministries, 2004, pp. 106-108
Argument 3:
1. KORINTHER 14 enthält teilweise Zitate aus einem Brief, den Paulus zuvor von den Korinthern erhalten hatte. Dies ist der Fall in den Versen 34-35:
„Eure Frauen sollen schweigen in der Gemeinde; denn es ist ihnen nicht gestattet, daβ sie reden, son-dern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so sollen sie daheim die eigenen Männer fragen. Denn es steht den Frauen übel an, in der Gemeinde zu reden.“
Die Bibel erlaubt Frauen, in der Kirche zu reden. Die Ausdrücke „es ist ihnen nicht gestattet“ und „wie auch das Gesetz sagt“ beziehen sich daher nicht auf die Bibel, sondern auf das talmudische Gesetz. Alttestamentliche Frauen wie Mirjam, Debora, Hulda oder Esther sprachen direkt oder indirekt zum Volk. Die Töchter Zelophehads redeten zur gesamten Nation. Als Folge davon betete Mose zu Gott, welcher sprach:
„Die Töchter Zelophehads haben recht geredet“
(4. MOSE 27:7). Daraufhin wurde das Erbrecht geändert. Also durfte nach biblischem Gesetz die Frau in der Kirche reden, was sie auch tat.
In den Versen 34-35 zitiert Paulus die Judäo-Christen aus Korinth, welche lehrten, daβ Frauen nach jüdisch-rabbinischem Gesetz still sein müssen in der Kirche. Dies wird zu Beginn von Vers 36 deutlich: „Oder ist das Wort Gottes von euch ausgegangen? Oder ist’s allein zu euch gekommen?“
Antwort:2
Als Mirjam prophezeite, waren es „alle Weiber“ die ihr nachfolgten (2. MOSE 15:20), und es gibt keine Anzeichen dafür, daβ sie zu Männern gepredigt hätte.
Obwohl Hulda eine Prophetin war, wird nur einmal erwähnt, daß sie Männern prophezeite, die sie privat aufgesucht hatten (2. KÖNIGE 22:14ff; 2. CHRONIK 34:22ff). Hierin kann man kein öffentliches Predigen sehen.
Hanna war eine Prophetin, „die nicht vom Tempel
[wich]“
(LUKAS 2:36-38). In seiner Beschreibung des Tempels sagt Josephus (Der Jüdische Krieg, 5.5.2), daβ dort „für die Frauen eine Zwischenwand errichtet war“, die sie von den Männern trennte; dies war „der geeignete Ort der Anbetung für sie“. Es ist daher höchst unwahrscheinlich, daβ sie öffentlich zu einer gemischten Zuhörerschaft predigte.
Debora war eine Prophetin aus dem Hügelland von Ephraim, aber es gibt keinen Hinweis darauf, daβ sie öffentlich vor der Menge Gottes Botschaft verkündigte; vielmehr „
[kamen] die Kinder Israels ... zu ihr hinauf vor Gericht“
(RICHTER 4:5). Sie sprach prophetisches Gericht als eine „Mutter in Israel“
(RICHTER 5:7). Die Tatsache ihres Richteramts an sich zeugt von der erbarmungswürdigen Schwäche der Israeliten zu dieser Zeit, und Deboras Lied (RICHTER 5) beklagt diesen betrüblichen Zustand. Das ist nur eine der Begebenheiten, wo sich Gottes Wirken an die Schwäche Israels anpaßt (vgl. 1. SAMUEL 8:9; MATTHÄUS 19:8).
Hinsichtlich der Beispiele von Zelophehads Töchtern und Esther gibt die Bibel keinen Anhalt dafür, daβ diese Frauen irgendeine Form von Autorität über Männer gehabt oder diese gelehrt hätten.
Es wurde behauptet, daβ es im Alten Testament kein Gesetz gibt, nach dem die Frau dem Mann Gehorsam schuldet. Dies entspricht nicht der Wahrheit! Eva wurde geschaffen, um eine Gehilfin für Adam zu sein (1. MOSE 2:18). Ganz am Anfang der Bibel werden die Rollen von Mann und Frau definiert: „Dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein.“
(1. MOSE 3:16)
Wenn die Aussagen in 1. KORINTHER 14:34-35 so unbiblisch sind, warum werden sie dann in 1. TIMOTHEUS 2:11-12 wiederholt, diesmal ohne Bezug auf einen Brief: „Eine Frau lerne in der Stille“
und „Einer Frau aber gestatte ich nicht, daβ sie lehre“
? Bei dem Versuch, Gründe dafür anzuführen, daß Frauen lehren dürfen, mutet die obige Behauptung, diese Verse seien „unbiblisch“, recht kühn an.
Vielmehr entsprechen sich diese Bibelstellen vollkommen, wie weiter unten gezeigt wird. Da die Wahrheit auf 2 oder 3 Zeugen beruht und beide Passagen die Wahrheit nahezu identisch darlegen, ist es unmöglich irgendetwas anderes in diese Verse hineinzulesen oder einen von ihnen neu auszulegen.
Ein Vergleich: 1. KORINTHER 14 & 1. TIMOTHEUS 2 |
|
| 1. KORINTHER 14 | 1. TIMOTHEUS 2 |
| Eure Frauen sollen schweigen in der Gemeinde | Eine Frau lerne in der Stille |
| denn es ist ihnen nicht gestattet, daβ sie reden | Einer Frau aber gestatte ich nicht, daβ sie lehre |
| sondern sie sollen untertan sein | auch nicht, daβ sie über den Mann Herr sei |
| wie auch das Gesetz sagt | Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber … |
Argument 4:
GALATER 3:27-28 sagt uns, daβ es in Christus keinen Unterschied zwischen Rassen und Geschlecht gibt:
„Denn wie viele von euch in Christus getauft sind, die haben Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Knecht noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus.“
Man ist nicht besonders qualifiziert für den christlichen Dienst, weil man ein Mann ist, sondern weil man wiedergeboren ist. Jegliche Salbung kommt von Gott, und Er gibt sie sowohl Männern als auch Frauen. Wenn Gott daher den Frauen spezielle Gaben gibt, sollten sie als Lehrer, Apostel, Pastoren usw. eingesetzt werden, in der gleichen Weise wie Männer.
Antwort:
Hier haben wir ein klassisches Beispiel dafür, wie ein Vers aus dem Kontext genommen und für einen anderen Zweck benutzt wird. GALATER 3 behandelt die Freiheit vom Gesetz und die Gerechtigkeit aus Glauben durch die Verheiβungen an Abraham. GALATER 3:27-28 spricht in diesem Zusammenhang davon, daβ wir in Christus alle gleichermaßen gerechtfertigt sind durch Glaube. Doch hier steht nicht, daβ all die Rassen- und Klassenunterschiede, oder die verschiedenen Geschlechter plötzlich nicht mehr existieren. Vielmehr empfiehlt die Bibel allen Neubekehrten, ihren sozialen Status beizubehalten. „Ein jeglicher, Brüder, worin er berufen ist, darin bleibe er vor Gott ... Bist du als Knecht berufen, so sorge dich nicht; doch kannst du frei werden, so mache davon um so lieber Gebrauch“
(1. KORINTHER 7:24,21).
Gott hat Männern und Frauen unterschiedliche Rollen gegeben, und nach ihrer Wiedergeburt werden Männer nicht plötzlich zu Frauen, oder umgekehrt. Verse wie 1. KORINTHER 11:3 wären sinnlos, wenn es keinen Unterschied geben würde:
„Ich will euch aber wissen lassen, daβ Christus das Haupt eines jeglichen Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi.“
Frauen geben im allgemeinen den Anschein, geistiger als Männer zu sein. Sie beschäftigen sich gern mit gefühlvollem Nachsinnen. Es gibt viele Mittel, um Geistigkeit auszudrücken, aber die meisten von ihnen haben nichts mit dem Geist Jesu Christi zu tun. Wir Frauen sind mehr dazu geneigt, unseren Emotionen und Eingebungen zu vertrauen und können daher leichter getäuscht werden als Männer. Gefühle und Intuition ändern sich ständig. Das Wort Gottes ist objektiv und dogmatisch – unveränderlich. Es ist für den Glauben das, was harte Fakten für die Wissenschaft sind.
... Gott hat uns in seiner Gnade das Beispiel von Miriam, Moses Schwester, gegeben. Durch ihr Verlangen, die gleichen Rechte wie Mose zu besitzen, hat sie Schande auf sich gebracht – uns zur Warnung (1. KORINTHER 10:6,11) und „uns zur Lehre, damit wir durch die Geduld und den Trost der Schriften die Hoffnung haben“
(RÖMER 15:4) ... Frauen „erfreuen sich“ an ihrer eigenen, Ego-ausbreitenden Geistigkeit. Es ist ein weiblicher Zug, den nur wenige Männer teilen oder verstehen. Männer dagegen können in ihren persönlichen Ambitionen völlig aufgehen und dabei ihre „geistige“ Seite vollkommen vernachlässigen. Frauen sehen häufig diese „Fleischlichkeit“ in Männern und gehen davon aus, daβ Frauen in ihrer „geistigen“ Gesinnung Gott näher sind – eine völlig falsche Annahme.
Fast alle Spiritisten sind Frauen, und sind es immer gewesen. Frauen lesen aus der Hand, deuten Kristallkugeln, wahrsagen und lesen Tarot-Karten. Hexenzirkel werden von Frauen geleitet. Die meisten Medien (die Kontakt zu den Toten aufnehmen) sind Frauen, so wie die Hexe von Endor, die von König Saul hinsichtlich des längst verstorbenen Samuel konsultiert wurde. In Seinem Gleichnis über Falschlehre im Königreich sagt Jesus, daß die Korruption von einer Frau herbeigeführt wurde (MATTHÄUS 13:33). In der Offenbarung des Johannes ist es eine Frau, typischerweise Isebel genannt, die die Kirche irreführt. Uns wird gesagt, daβ sie dies durch ihre Lehre tat. Johannes schrieb an die Gemeinde in Thyatira und warnte sie davor, diese Frau Isebel lehren zu lassen (OFFENBARUNG 2:20). Frauen sind direkt oder indirekt für die meisten vergangenen und gegenwärtigen pseudochristlichen Kultbewegungen verantwortlich.
Die Bibel offenbart, daß die innewohnende Natur der Frau der Grund dafür ist, warum Frauen keine Männer lehren sollen: „Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und ist in Übertretung geraten“
(1. TIMOTHEUS 2:14).
Daß ein Mann nicht so sensibel ist wie eine Frau, bedeutet nicht, daß er ihr unterlegen ist. Genauso wenig ist eine Frau ihrem Ehemann unterlegen, nur weil sie leicher zu täuschen ist – Mann und Frau sind einfach verschieden. Angesichts dieses Unterschieds sollten Ehefrauen Gott fürchten und ihren natürlichen Neigungen mißtrauen. Verschiedenes besitzt verschiedene Kompetenzen und Aufgaben.
“Created To Be His Help Meet”, by Debi Pearl, No Greater Joy Ministries, 2004, pp. 109-110
Argument 5:
Das Neue Testament erwähnt einige Frauen, die ein Amt bekleideten.
„Ich empfehle euch aber unsere Schwester Phöbe, welche eine Dienerin der Gemeinde in Kenchreä ist“
(RÖMER 16:1). Das griechische Wort für „Dienerin“ ist hier „diakonos“; Phöbe war also eine Diakonin. Auch Vers 2 erwähnt, daβ die Gemeinden ihr beistehen sollen, was darauf hindeutet, daβ sie über eine gewisse Autorität verfügte. Phöbe wird ein „Beistand“ genannt, was im Griechischen „Leiter“ bedeutet.
„Die Evodia ermahne ich und die Syntyche ermahne ich, daβ sie eines Sinnes seien in dem Herrn. Ja, ich bitte auch dich, mein treuer Gefährte, stehe diesen Frauen bei, die mit mir für das Evangelium ge-kämpft haben“
(PHILIPPER 4:2-3, KJV). Evodia and Syntyche arbeiteten mit Paulus für das Evangelium. Das bedeutet, sie müssen ein Amt gehabt haben.
Das Ehepaar Aquila and Priscilla wurde Paulus‘ Mitarbeiter (APOSTELGESCHICHTE 18). Jedesmal wenn Aquila auftaucht, wird auch seine Frau erwähnt. In RÖMER 16:3 und 2. TIMOTHEUS 4:19 erscheint Priscillas Name sogar zuerst. Sie muβte mit der Leitung betraut gewesen sein.
„Grüβet Andronikus und Junia, meine Verwandten und meine Mitgefangenen, die angesehen sind unter den Aposteln“
(RÖMER 16:7, KJV). Junia muβ also ein Apostel gewesen sein!
Antwort:
Untersuchen wir jedes der angeführten Beispiele der Reihe nach.
In Phöbes Fall (RÖMER 16:1) hängt alles davon ab, ob das Wort „diakonos“ das Amt einer Diakonin bezeichnet oder einfach nur „Dienerin“ oder „Helferin“ bedeutet, so wie es die Lutherbibel 1912/1998 übersetzt. Da das griechische Wort „diakonos“ beide Bedeutungen haben kann, muβ der Sinn durch den Kontext bestimmt werden.
In den meisten Fällen ist die Übersetzung „Diener“ offensichtlich, z.B.: „Der Gröβte unter euch soll euer Diener sein“
(MATTHÄUS 23:11), „welcher uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes“
(2. KORINTHER 3:6), „ist dann Christus ein Diener der Sünde?“
(GALATER 2:17). Sogar Paulus nennt sich selbst einen „diakonos“: „... dessen Diener ich, Paulus, geworden bin“
(KOLOSSER 1:23), obwohl er ein höheres Amt besaß. Dasselbe gilt für Timotheus (1. THESSALONICHER 3:2), welcher ein Aufseher war.
Nur in zwei Fällen wird das Amt eines „diakonos“ (Diakon) speziell erwähnt (PHILIPPER 1:1; 1. TIMOTHEUS 3:8-13).
Auf Phöbes Fall zurückkommend kann es nicht völlig ausgeschlossen werden, daβ sie eine Diakonin war, aber mit gröβerer Wahrscheinlichkeit nennt Paulus sie eine Dienerin, wie es jeder Nachfolger Christi wäre. Paulus‘ Bitte an die Heiligen, Phöbe zu unterstützen, heißt keinesfalls, daß sie Autorität besaß. Vielmehr sollte einer Schwester geholfen werden, die dabei war, an einen neuen Ort zu ziehen und sicher Hilfe brauchte.
Das griechische Wort „prostatis“ kann „Leiterin“ oder „Beistand“ bzw. „Helferin“ bedeuten. Wiederum muβ aus dem Zusammenhang entschieden werden, welcher Ausdruck am besten paβt. Wie in fast allen Fällen hatte Luther auch hier recht damit, „Beistand“ zu wählen, da Phöbe bereits zuvor als „Dienerin“ bezeichnet worden war. Und welchen Sinn würde es machen, wenn Phöbe Paulus‘ „Boss“ wäre? „ ... sie ist vielen ein Beistand
(eine Leiterin???) geworden, auch mir
(Paulus) selbst.“
Die Tatsache, daβ Evodia und Syntyche mit Paulus für das Evangelium gearbeitet haben, impliziert keineswegs, daß sie irgendwelche Autorität besaßen. Es ist das Merkmal eines Christen, „Gottes Mitarbeiter“ zu sein (1. KORINTHER 3:9). Das gilt auch für Petrus‘ Schwiegermutter, welche, nachdem Jesus sie vom Fieber geheilt hatte, aufstand und ihnen diente (hier wird das griechische „diakoneo“ benutzt!).
Obwohl Priscilla und Aquila fünfmal in der Bibel erwähnt werden, wird Priscilla niemals alleine genannt, sondern immer zusammen mit ihrem Mann. Zu schlußfolgern, daß sie die Leitung hatte, nur weil ihr Name zuweilen zuerst genannt wird, ist reine Vermutung. Während Aquila damit betraut war zu predigen und zu lehren, besaß sie höchstwahrscheinlich eine unterstützende Funktion und kümmerte sich um die täglichen Notwendigkeiten – eine Aufgabe, die in den Augen Gottes genauso wichtig ist.
Junia war vielleicht nicht einmal eine Frau, sondern könnte ebensogut ein Mann gewesen sein. In dem Falle wäre der Name dann Junias. Es ist unmöglich, dies vom Griechischen her zu ersehen. Des weiteren ist nicht einmal sicher, ob Junia(s) hier als Apostel ausgewiesen wird. Die Wendung „angesehen unter den Aposteln“ bringt eher zum Ausdruck, daβ Andronikus and Junia(s) den Aposteln gut bekannt waren, nicht aber daβ sie tatsächlich Apostel waren.
Argument 6:
In der Geschichte der Kirche wurden Frauen mächtig dazu benutzt, das Evangelium zu verbreiten und Gemeinden zu gründen. Jüngere Beispiele hierfür sind Kathryn Kuhlman, Maria Woodworth-Etter oder Aimee Semple McPherson. Gott hat ihren Dienst zweifellos unterstützt, obgleich sie Frauen waren. Dies beweist, daβ Frauen leitende Positionen in der Gemeinde bekleiden können.
Antwort:
Während diese sowie andere Frauen tatsächlich in auβergewöhnlicher Weise von Gott benutzt wurden, zielte ihr Dienst vornehmlich auf die Evangelisation und Bekehrung von Heiden, nicht aber auf die Gründung von Gemeinden (wobei Aimee Semple McPherson eine höchst bemerkenswerte Ausnahme bildet). Man kann behaupten, daß sie zumindest eine gewisse Autorität über Männer ausgeübt haben. Die Tatsache, daβ sie als Frauen christliche Arbeiten geleitet haben, hat wahrscheinlich zu den Kontroversen, die ihre Dienste begleitet haben, beigetragen. Im Fall von Aimee Semple McPherson, gab es erst wirklich Probleme, als sie anfing, den Angelus Temple in Los Angeles zu errichten. Solange sie lediglich in Amerika das Evangelium verkündete, befand sie sich vollkommen innerhalb Gottes Auftrags für sie als Frau.
Einer der Hauptgründe dafür, daß Gott diese Frauen benutzte, war, daß es an Männern fehlte, die Er benutzen konnte. Kathryn Kuhlman sagte über sich selbst, sie sei gewillt, den Preis zu zahlen, um vollkommen vom Herrn benutzt zu werden. Deshalb konnte Er sich weitaus mehr in ihrer Arbeit offenbaren, als in den Diensten vieler anderer Geistlicher. Kathryn Kuhlman bezeichnete sich selbst als „Gottes Magd“. „Und auf meine Mägde will ich in denselben Tagen von meinem Geist ausgieβen, und sie sollen weissagen“
(APOSTELGESCHICHTE 2:18). Für sie bedeutete „weissagen“, die gute Nachricht zu verbreiten oder zu predigen, nicht vorauszusagen. Sie erklärte mehrmals, sie glaube nicht, daß sie Gottes erste Wahl für den geistlichen Dienst war, nicht einmal Seine zweite oder dritte Wahl. Sie war überzeugt, daβ Gott einen bestimmten Mann berufen hatte, die Arbeit fortzuführen, dieser aber unwilling war, den Preis zu zahlen. Sie hingegen sprang in die Bresche und erwiderte Gottes Ruf.3
Eine andere bemerkenswerte Frau, die von Gott in Hongkong benutzt wurde (und noch wird) ist Jackie Pullinger. Da sie ganz allein eine Arbeit begann, muβten alle Neubekehrten von ihr gelehrt und trainiert werden. Sobald aber einige der Männer fähig waren, die Arbeit zu leiten, trat sie mehr und mehr in den Hintergrund, so daβ die Männer übernehmen konnten.
„Gerade weil Frauen erfolgreich ein öffentliches, geistliches Amt bekleiden können, befiehlt ihnen Gott, es nicht zu tun. Es geht nicht darum, qualifiziert zu sein, sondern autorisiert zu sein. Gott hat eine Ordnung für die Familie aufgestellt, eine Rangordnung, die im Einklang mit dem Wesen von Mann und Frau steht. Es ist eine Ordnung vom Himmelsthron, die am gesündesten und besten für die Kindererziehung als auch für das Wohl ehelicher Beziehungen ist. Eine Frau zu einem Kanal geistiger Segnungen zu machen, versetzt sie in eine Position, die mit der Natur ihres Wesens kollidiert. Wenn sie die unzulängliche Leiterschaft ihres Mannes erfolgreich ersetzt, so macht dies alles nur noch schlimmer! Denn dann reißt sie, wie die Bibel sagt, die Autorität des Mannes an sich – sie reiβt die Ehre an sich, sie reiβt den Respekt an sich, sie reiβt die Kontrolle an sich, sie reißt die Leiterschaft an sich. D.h. sie tut das, was ein Mann tun sollte und erhält daher die Anerkennung, die ein Mann erhalten sollte. Es ist eine Umkehrung von Gottes Plan für Männer und Frauen.“ 4
Zusammenfassung:
Daß Positionen der Autorität nicht von Frauen eingenommen werden sollten, wird in der Bibel sehr deutlich. Geistliche Ämter werden in der Bibel von Männern bekleidet, nicht von Frauen.
„Es soll nun ein Bischof
(Aufseher) ... sein, Mann einer einzigen Frau“
(1. TIMOTHEUS 3:2).
„Die Diakone sollen ein jeglicher der Mann einer einzigen Frau sein“
(1. TIMOTHEUS 3:12).
Ein Merkmal eines Ältesten ist u.a.: „Mann einer einzigen Frau
[zu sein]“
(TITUS 1:6).
Die Bibel warnt uns vor den Gefahren, die entstehen, wenn Frauen Positionen von Autorität besetzen. Frauen lassen sich leichter täuschen, wie das Beispiel Evas zeigt.
„Kinder sind Gebieter meines Volkes, und Weiber herrschen über sie. Mein Volk, deine Leiter verführen dich und zerstören den Weg, da du gehen sollst“
(JESAJA 3:12).
Im sozialen oder politischen Feld können Frauen in hohe Positionen aufsteigen. Erinnern wir uns daran, daß die erfolgreichste britische Premierministerin (Margaret Thatcher) eine Frau war! Doch die Frage der Rolle von Frauen als „Aufseher” einer Gemeinde oder Kirche ist klar. Jesus wählte ausschließlich männliche Apostel, und Paulus sprach von Männern, wenn er von Aufsehern/Bischöfen/Ältesten redete. Frauen konnten u.U. Diakoninnen/Dienerinnen sein (RÖMER 16:1). Eine Diakonin („Dienerin der Kirche“) ja, doch nicht mit Autorität, wie ein Aufseher (1. TIMOTHEUS 2:12). Um obige Debatte zusammenzufassen, muß wiederholt werden: Bei kirchlichen Zusammenkünften, wo erwachsene Männer anwesend sind, ist es Frauen nicht erlaubt, zu predigen oder zu lehren.
Diese Studie hat nur den negativen Aspekt behandelt, nämlich daß Verbot für Frauen, Positionen der Autorität einzunehmen. Es gibt jedoch eine positive Seite der biblischen Frauenrolle. Aquila wäre ohne Priscilla nicht so erfolgreich gewesen. Paulus war in seinem Amt angewiesen auf Frauen wie Lydia, deren Haus als Versammlungsort und Unterschlupf diente. Jesus verbrachte eine Menge Zeit im Haus von Martha und Maria, wo Er sie intensiv lehrte. Frauen blieben bei Ihm, als Er gekreuzigt wurde und die meisten Männer Ihn bereits verlassen hatten. Nach Seiner Auferstehung erschien Jesus zuerst den Frauen.
Um nicht den Eindruck zu vermitteln, daß wir Frauen nur zu Hause „hinterm Herd“ sehen möchten, schließen wir mit Maria Woodworth-Etters Ermahnung hinsichtlich der Bedeutung von Frauen.
„Meine liebe Schwester in Christus. Möge der Geist Christi auf dich kommen, während du diese Worte hörst. Möge Er dich willig machen, die dir vom Herrn zugewiesene Arbeit zu tun. Für Frauen ist es höchste Zeit, ihr Licht scheinen zu lassen, ihre verborgenen Talente auszugraben, vom Rost zu befreien und zur Ehre Gottes zu benutzen. Es ist höchste Zeit für sie, mit all ihrer Macht, das zu tun, was ihre Hände vorfinden, im Vertrauen auf die Kraft Gottes, welcher spricht: ‚Ich werde dich nie verlassen‘. Schwachheit darf nicht als Vorwand dienen; Gott wird das benutzen, was schwach ist vor der Welt, auf daß Er die Weisen zuschanden mache. Wir sind Söhne und Töchter Gottes des Höchsten. Sollten wir unser himmlischen Berufung nicht Ehre machen und alles tun, was uns möglich ist, um jene zu retten, die im Tal und Schatten des Todes sitzen?“ 5
Anhang
Erörterung der griechischen Wörter für „lehren“ und „predigen“
1. didasko = „lehren“
Dies ist das gebräuchlichste Wort für „lehren“. Es deutet auf den höheren Rang oder Wissensstand des Lehrenden hin, so wie beim Lehrer-Schüler-Verhältnis oder wie bei Jesus und Seinen Jüngern. Das in der Lutherbibel 1912/1998 gewöhnlich mit „Meister“ übersetzte Substantiv „didaskalos“ (Lehrer) wird oft auf Jesus angewendet, sogar von Seinen Feinden.
Die mittels „didasko“ ausgedrückte Autoritätsstellung, wird auch durch jene Personen verdeutlicht, auf die der Begriff Anwendung findet:
- Zuallererst Jesus: MATTHÄUS 4:23; MATTHÄUS 5:2; MATTHÄUS 7:29; MATTHÄUS 9:35; MATTHÄUS 11:1; MATTHÄUS 13:54; MATTHÄUS 21:23; MATTHÄUS 22:16; MATTHÄUS 26:55 usw. Jesus wird als „didaskalos“ bezeichnet: MATTHÄUS 8:19; MATTHÄUS 9:11; MATTHÄUS 10:24; MATTHÄUS 12:38 usw.
- Jesus gebot Seinen Jüngern, andere zu lehren: MATTHÄUS 28:20:
„Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“
- Der Heilige Geist lehrt: LUKAS 12:12; JOHANNES 14:26; 1. JOHANNES 2:27
- Die Apostel lehrten: APOSTELGESCHICHTE 4:2; APOSTELGESCHICHTE 5:21,25,28,42; APOSTELGESCHICHTE 11:26; APOSTELGESCHICHTE 15:35; APOSTELGESCHICHTE 18:11 usw.
- Wahre Jünger lehren: MATTHÄUS 28:20; 2. TIMOTHEUS 2:2
- Ebenso Falschlehrer: APOSTELGESCHICHTE 15:1; TITUS 1:11; OFFENBARUNG 2:20; MATTHÄUS 5:19:
„Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten bricht und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich“
(s.a. MATTHÄUS 15:9).
Es gibt auch das geistliche Amt eines Lehrers (didaskalos): APOSTELGESCHICHTE 13:1; RÖMER 12:7; 1. KORINTHER 12:28-29; EPHESER 4:11
Wie verhält es sich mit TITUS 2:3, wonach ältere Frauen berufen werden zu „Lehrerinnen des Guten“
(kalodidaskalos)? TITUS 2:4 erklärt jedoch, daß sich dies nur auf andere Frauen bezieht: „... daß sie die jungen Frauen Zucht lehren.“
Frauen dürfen nicht lehren, da dies laut 1. TIMOTHEUS 2:12 mit positionaler Autorität verbunden ist. „Einer Frau aber gestatte ich nicht, daß sie lehre
(didasko), auch nicht, daß sie über den Mann Herr sei, sondern sie soll stille sein.“
2. matheteuo = „ein Jünger sein oder zu einem Jünger machen“; „unterrichten“
Die substantivische Form „mathetes“ („Schüler“ oder „Jünger“) ist das Gegenstück zu „didaskalos“ (Lehrer). Obgleich „matheteuo“ auch mit „unterrichten“ übersetzt wird, bedeutet es ursprünglich „zu einem Jünger machen“.
Joseph von Arimathia war „ein Jünger Jesu“
(oder wortwörtlich „von Jesus zu einem Jünger gemacht“) – MATTHÄUS 27:57
Paulus und Barnabas „machten viele zu Jüngern“
– APOSTELGESCHICHTE 14:21
MATTHÄUS 28:19: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
3. katangelo = „verkündigen“
- Die Apostel verkündigten Jesu Auferstehung – APOSTELGESCHICHTE 4:2
- Paulus und Barnabas verkündigten das Wort Gottes – APOSTELGESCHICHTE 13:5; APOSTELGESCHICHTE 15:36; APOSTELGESCHICHTE 17:13; die Vergebung der Sünden – APOSTELGESCHICHTE 13:38; den Weg des Heils – APOSTELGESCHICHTE 16:17; Jesus – APOSTELGESCHICHTE 17:3; KOLOSSER 1:28; Licht – APOSTELGESCHICHTE 26:23; das Zeugnis Gottes – 1. KORINTHER 2:1
- Christen verkündigen beim Abendmahl den Tod des Herrn – 1. KORINTHER 11:26
- Die das Evangelium verkündigen, sollen vom Evangelium leben – 1. KORINTHER 9:14
Das Wort „katangelo“ wird niemals in bezug auf Frauen verwendet, obgleich auch diese am Abendmahl teilnehmen und des Herrn Tod verkünden. Es ist augenfällig, daß hier keine positionale Autorität ausgeübt wird.
4. katecheo = „berichten“; „unterweisen“; „unterrichten“
- Den Juden war über Paulus berichtet worden – APOSTELGESCHICHTE 21:21,24
- Theophilus war im Evangelium unterrichtet worden – LUKAS 1:4
- Die Juden waren aus dem Gesetz unterrichtet – RÖMER 2:18
- Apollos war unterwiesen im Weg des Herrn – APOSTELGESCHICHTE 18:25; GALATER 6:6
- Paulus will auch andere unterweisen – 1. KORINTHER 14:19:
„Aber ich will in der Gemeinde lieber fünf Worte reden mit meinem Verstand, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Zungen.“
5. paideuo = „ausbilden“; „lehren“
„Paideuo“ wird in der Lutherbibel 1912/1998 wie folgt übersetzt:
- züchtigen LUKAS 23:16,22; 1. KORINTHER 11:32; 2. KORINTHER 6:9; 1. TIMOTHEUS 1:20; HEBRÄER 12:6; OFFENBARUNG 3:19
- gelehrt APOSTELGESCHICHTE 7:22; APOSTELGESCHICHTE 22:3
- zurechtweisen 2. TIMOTHEUS 2:25
- in Zucht nehmen TITUS 2:12
Das Wort ist verwandt mit „pais“ = „Kind“ und bezieht sich auf die Art und Weise, wie Eltern durch Unterweisung und Disziplin ihre Kinder großziehen
Gott züchtigt Seine Kinder / weist uns zurecht – 1. KORINTHER 11:32; HEBRÄER 12:6; OFFENBARUNG 3:19
Mose wurde aufgezogen / gelehrt in aller Weisheit der Ägypter – APOSTELGESCHICHTE 7:22
Paulus wurde erzogen / gelehrt im Gesetz – APOSTELGESCHICHTE 22:3
„Und nimmt uns in Zucht, daß wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Lüsten, und besonnen, gerecht und gottselig leben in dieser Welt“
(TITUS 2:12).
6. euangelizo = „das Evangelium predigen“
Das Evangelium wird gepredigt – MATTHÄUS 11:5; LUKAS 4:18 usw.
Den Frauen ist offensichtlich gleichsam geboten, das Evangelium zu predigen.
„Saulus aber verwüstete die Gemeinde, ging hin und her in die Häuser, schleppte Männer und Frauen und überantwortete sie ins Gefängnis. Die nun zerstreut waren, gingen umher und predigten das Wort“
(APOSTELGESCHICHTE 8:3-4).
7. diangello = „verkündigen“
verkündigen – RÖM 9:17
das Reich Gottes – LUKAS 9:60
8. dialegomai = „verhandeln“; „reden“; „lehren“; „predigen“
| verhandeln – | die Apostel miteinander MARKUS 9:34 |
| Paulus redete mit den Juden und lehrte sie – APOSTELGESCHICHTE 17:2; APOSTELGESCHICHTE 18:4; APOSTELGESCHICHTE 19:8; APOSTELGESCHICHTE 24:12 | |
| predigen - | Paulus den Jüngern in Troas – APOSTELGESCHICHTE 20:7 |
9. kerusso = “pronounce”; “preach”
| predigen - | Johannes in der Wüste – MATTHÄUS 3:1 |
| Jesus – MATTHÄUS 4:17.23; MATTHÄUS 9:35 usw. | |
| Die Jünger – APOSTELGESCHICHTE 8:5; APOSTELGESCHICHTE 9:20; APOSTELGESCHICHTE 13:21; APOSTELGESCHICHTE 19:13 usw. |
10. laleo = „reden“; „sagen“
Der griechische Ausdruck wird selten mit „predigen“ übersetzt: Jesus sagte das Wort – MARKUS 2:2; die Jünger sagten / redeten das Wort – APOSTELGESCHICHTE 8:25; APOSTELGESCHICHTE 13:42; APOSTELGESCHICHTE 14:25; APOSTELGESCHICHTE 16:6
In bezug auf Frauen:
1. KORINTHER 14:34-35: „Eure Frauen sollen schweigen in der Gemeinde; denn es ist ihnen nicht gestattet, daß sie reden
(lalein), sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so sollen sie daheim die eigenen Männer fragen. Denn es steht den Frauen übel an, in der Gemeinde zu reden.“
Parallel zu diesem Vers sollte 1. TIMOTHEUS 2:12 gelesen werden, wodurch klar wird, daß „reden“ in diesem Fall „lehren“ bedeutet. Einer Frau ist es nicht generell verboten, in der Gemeinde zu sprechen, sondern nur dann, wenn sie „die Autorität an sich reißt“.
11. sofronizo = „jemanden zur Vernunft bringen“; „lehren“
Das Verb taucht im Neuen Testament nur einmal auf: „Daß sie
(die älteren Frauen) die jungen Frauen Zucht lehren“
(TITUS 2:4).
Auf den ersten Blick scheint dies ein Beispiel dafür zu sein, daß Frauen lehren dürfen. Das Wort „sofronizo“ bedeutet jedoch nicht „lehren“ im herkömmlichen Sinn, sondern vielmehr „an die Vernunft zu appelieren, um etwas zu verdeutlichen“. Darüber hinaus bezieht sich das Wort hier ausschließlich auf andere Frauen
- 1. In Anlehnung an: “Neither Male Nor Female”, by Q.M. Adams, Christ for the Nations, Dallas, TX, 1973
- 2. In Anlehnung an: Wayne Jackson, Woman’s Role in the Church, March 16, 2000, http://www.christiancourier.com/articles/read/womans_role_in_the_church
- 3. Roberts Liardon: Kathryn Kuhlman, Whitaker House, Laguna Hills, CA, 1990, p. 52
- 4. “Created To Be His Help Meet”, by Debi Pearl, No Greater Joy Ministries, 2004, p. 119
- 5. Maria Woodworth-Etter, “A Sermon for Women,” A Diary of Signs & Wonders (Tulsa, OK: Harrison House, reprinted from 1916 ed.), 215-216, 30-31
