Wenn Städte sich von Gott abwenden
Biblische Beispiele von Prophetie und Erfüllung in bezug auf Städte
Wohlergehen oder Niedergang einer Stadt geschehen nicht zufällig, sondern sind Konsequenzen, die mit dem Leben und Verhalten der Bewohner zu tun haben. Rechtlicher und sittlicher Verfall wird immer Leid und Chaos zur Folge haben. Wo sich Menschen außerhalb der göttlichen Ordnung stellen, verlieren sie auch den göttlichen Schutz und Segen.
In der Bibel finden sich zahlreiche Beispiele dafür, daß Gott bestimmte Städte warnte und zur Umkehr aufrief. Sodom und Gomorra, die in den Sünden der Homosexualität, des Stolzes und der verweigerten Hilfeleistung verharrten, erfuhren das Gericht Gottes. Ninive, das auf die Prophetie Jonas hin Buße tat, wurde verschont. Erst als es wieder zurückfiel, erfolgte nach 120 Jahren göttlicher Langmut das Gericht, wiederum angekündigt durch Propheten Gottes.
Die Bibel nennt als Kennzeichen einer göttlichen Prophetie, daß sie genau eintreffen muß. Ist das nicht der Fall, "hat der Herr nicht geredet"
(5. MOSE 18:22). An zahlreichen biblischen Prophetien gerade für große Städte, die z.T. noch heute existieren, läßt sich diese Behauptung gut prüfen.
Im folgenden tabellarischen Überblick werden einige biblische Prophetien über Städte und deren Erfüllung in der Geschichte gegenübergestellt:
SidonDie Schwesterstadt von Tyrus, ebenfalls Israel (und damit dem Volk Gottes) gegenüber sehr feindselig gesonnen; ebenfalls sehr reich und stolz. | |||
Prophetie: | Erfüllung: | ||
durch Hesekiel (592-570 v. Chr.) "So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an dich, Sidon, und will meine Herrlichkeit erweisen in deiner Mitte, damit man erfahren soll, daß ich der Herr bin, wenn ich das Gericht über die Stadt ergehen lasse und an ihr zeige, daß ich heilig bin. Und ich will Pest und Blutvergießen in ihre Gassen schicken, und überall sollen in ihr liegen vom Schwert Erschlagene, und sie sollen erfahren, daß ich der Herr bin" (HESEKIEL 28:22-23). | 351 v. Chr. rebellierten die Sidonier gegen den persischen König, unterlagen diesem jedoch und erlitten dessen grausamste Rache. Zehntausende wurden hingeschlachtet, das Blut floß auf den Straßen. Später wurde Sidon wiederaufgebaut und wieder erobert, die Einwohner umgebracht. Allein während der Kreuzzüge wiederholte sich dies dreimal. Drusen, Türken, Franzosen bekriegten die Stadt. Die Geschichte Sidons ist blutig bis auf den heutigen Tag, aber es existiert noch immer an gleicher Stelle. | ||
TyrusUngeheuer reiche Hafenstadt der phönizischen Handelsflotte, freute sich über das Unglück Jerusalems, um es zum eigenen Vorteil auszunutzen; voller Stolz und Hochmut. | |||
| Prophetie: | Erfüllung: | ||
durch Hesekiel (592-570 v. Chr.) "... darum spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an dich, Tyrus, und will viele Völker gegen dich hinaufführen, wie das Meer seine Wellen heraufführt. Die sollen die Mauern von Tyrus zerstören und seine Türme abbrechen; ja, ich will sogar seine Erde von ihm wegfegen und will einen nackten Fels aus ihm machen ... Denn so spricht Gott der Herr: Siehe, ich will über Tyrus kommen lassen Nebukadnezar, den König von Babel, von Norden her, den König der Könige, mit Rossen, Wagen, Reitern und einem großen Heer ... Sie werden deine Schätze rauben und deine Handelsgüter plündern. Deine Mauern werden sie abbrechen und deine schönen Häuser einreißen und werden deine Steine und die Balken und den Schutt ins Meer werfen ...Und ich will einen nackten Fels aus dir machen, einen Platz, an dem man Fischnetze aufspannt, und du sollst nicht wieder gebaut werden. Denn ich bin der Herr, der dies redet, spricht Gott der Herr" (HESEKIEL 26:3-4,7,12,14). | Drei Jahre nach dieser Prophetie begann Nebukadnezar, Tyrus zu belagern. Nach 13 Jahren Belagerung wurde die Stadt 573 v. Chr. eingenommen und zerstört. Zuvor waren jedoch die meisten Einwohner auf eine vorgelagerte Insel geflüchtet und hatten dort eine neue Stadt erbaut. Über 200 Jahre später erfüllten sich weitere Teile der Vorhersage: Alexander der Große belagerte die Inselstadt und ließ Erdreich und Ruinen des alten Tyrus ins Meer werfen, um einen Damm zu bauen. 322 v. Chr. wurde auf diese Weise auch die Inselstadt erobert und zerstört. Das alte Tyrus war ein blanker Fels geworden, auf dem Fischer noch heute ihre Netze trocknen. Versuche, die Inselstadt wiederaufzubauen, scheiterten, denn immer wieder kamen fremde Völker und zerstörten sie, endgültig 1291 n. Chr. Etwa 15 km entfernt entstand schließlich neu das heutige Tyrus, das aber nicht mehr die gleiche Stadt am gleichen Ort ist. | ||
SamariaHauptstadt des von Gott abgefallenen Israels; Götzendienst, Tempelprostitution und Kinderopferung. | |||
| Prophetie: | Erfüllung: | ||
durch Micha (738-690 v. Chr.)
| Samaria wurde von den Assyrern 722 v. Chr. erobert, von Alexander dem Großen 331 v. Chr. und von Johannes Hyrkanus 120 v. Chr. Die Stadt wurde bis auf die Grundfesten zerstört, auf dem fruchtbaren Boden wurden Weingärten angelegt, wie sie auch noch heute an dieser Stelle vorzufinden sind; die Steine bilden die Mauern um die Weinberge. | ||
NiniveHauptstadt des ca. 1500 Jahre währenden assyrischen Weltreiches, das mit beispielloser Grausamkeit die umliegenden Völker unterjochte. Im Buch Jona ist von 120 000 Einwohnern die Rede, die (noch) nicht rechts oder links unterscheiden konnten (Kinder?). Drei Tagesreisen dauerte die Durchwanderung der Stadt. Ihre doppelten Stadtmauern waren ca. 30 m hoch und 15 m dick mit 60 m hohen Türmen. Ninive schien uneinnehmbar. | |||
| Prophetie: | Erfüllung: | ||
durch Nahum (661 - ca. 612 v. Chr.)
| 612 v. Chr. belagerten die Meder und Babylonier zunächst erfolglos die Stadt. Da brachte ein gewaltiges Ansteigen des Tigris Teile der Stadtmauern zum Einsturz und bahnte ihnen den Weg. Bei den Ausgrabungen stieß man überall auf Brandspuren. Die Stadt ist offensichtlich verbrannt worden und wurde nie wieder aufgebaut. | ||
BabylonHauptstadt des babylonischen Weltreiches, ebenfalls von gewaltiger Größe und sehr stark befestigt, Zentrum der Kultur, des Handels und der Wissenschaft. Führte Juda in die 70jährige Gefangenschaft. Gerichtet wegen seiner Gottlosigkeit, Unreinheit, seines Götzendienstes, Hochmuts und Stolzes. | |||
| Prophetien: | Erfüllung: | ||
durch Jesaja (783-704 v. Chr.) und Jeremia (626-586 v. Chr.)
| 539 v. Chr. belagerten die Perser und Meder Babylon. Sie standen vor gewaltig hohen und 50m dicken doppelten Stadtmauern, gegen die sie nichts ausrichten konnten! So begannen sie den Euphrat umzuleiten, der unter den Stadtmauern durchfloß. In der Nacht, als die Babylonier ihr jährliches Götzenfest feierten und die berühmte Schrift "Mene, Mene, Tekel ..." ("Gewogen und zu leicht befunden ...") an der Wand erschien, drangen die Perser ein. Babylon wurde unterworfen und verwüstet; nie wieder gewann es Macht zurück. Heute ist das Gebiet eine sumpfige Einöde, wilde Tiere leben dort. Die Araber meiden diesen Platz, weil abergläubische Gerüchte darüber umgehen. Hirten lassen ihre Herden dort nicht lagern. Selbst Touristen sind hier äußerst selten. - Die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Erfüllung dieser 7 Vorhersagen ist 1:5 Milliarden, also praktisch gleich Null! | ||
JerusalemSeit David ca. 1000 Jahre v. Chr. Hauptstadt Israels und wegen des Tempels auch religiöser Mittelpunkt des Staates Israel. Immer wieder Abfall von den Geboten Gottes zu menschlichen "Satzungen"; vielfach Götzendienst und Unbußfertigkeit. | |||
| Prophetie: | Erfüllung: | ||
durch Jesus Christus (33 n. Chr.)
| Nach mehrjähriger Belagerung eroberten die Römer unter Titus 70 n. Chr. die Stadt, zerstörten sie, töteten ca. 1 Million Juden und verkauften die übrigen in die ganze Welt. Obwohl der Befehl ergangen war, den Tempel zu verschonen, wurde er in Brand gesetzt. Es wird berichtet, daß die römischen Soldaten bei der Suche nach dem zerschmolzenen Kuppelgold keinen Stein auf dem anderen ließen. - Nie aber wurde eine endgültige Zerstörung Jerusalems prophezeit - und Jerusalem existiert noch heute, im Gegensatz zu Ninive und Babylon. | ||
Keiner der Propheten hatte die Macht, die vorausgesagten Ereignisse eintreten zu lassen, doch alles ist genau wie vorhergesagt eingetroffen. Dies zeigt uns zweierlei: 1. Gott ist handelnde Realität und Herr der Geschichte. 2. Fortdauernde Ungerechtigkeit und Sünde hat Konsequenzen, sowohl für den einzelnen als auch für ganze Städte und Völker. Bis in die jüngste Geschichte hinein ist dies immer wieder zu beobachten - man denke nur an die beiden Weltkriege! Und wenn wir heute die aktuelle Situation unserer Städte betrachten, wird klar, daß wir in den meisten europäischen Ländern und Städten längst wieder gerichtsreif sind. Daß wir noch in Frieden leben, ist nur der Gnade und Langmut Gottes zu verdanken.
zusammengestellt von Werner Harke
Quelle: Der Auftrag
