Von Verwirrung zur Bekehrung
Mein Zeugnis beginnt zu der Zeit, als ich 18 Jahre alt war. Mein Vater hatte meine Mutter verlassen und wollte mit seinem alten Leben nichts mehr zu tun haben, was unglücklicherweise auch mich mit einschloß. Meine Mutter hatte verschiedene Freunde, von denen einer dachte, daß es für mich an der Zeit wäre, das Haus zu verlassen und anzufangen, Geld zu verdienen. Eines Abends, als er betrunken war, nahm er die Dinge in seine eigenen Hände und schlug mich, bis ich bewußtlos war. Als ich aufwachte, sah ich meine Mutter und diesen Mann unten sitzen und Wein trinken. Blut floß mein Gesicht herunter, und mein weißes T-Shirt war getränkt damit. Ich kann mich nicht an viele Details erinnern, doch daran, wie er aufsprang, hinter mir herrannte und schrie, daß er mich zu Tode prügeln würde. Ich erreichte das obere Badezimmer, verriegelte die Tür hinter mir, kletterte aus dem Fenster, sprang in den Garten und rannte davon.
Hier begann meine Odyssee. Verzweifelt versuchte ich, jemanden zu finden, der mich verstehen würde. Ich besaß praktisch kein Geld zum Leben, hatte eine ernsthafte Eßstörung entwickelt und begann zu rauchen. Ich lernte Leute kennen, die in das Okkulte verwickelt waren. Während dieser Zeit zog ich von Ort zu Ort, hatte einen Freund nach dem anderen und suchte und hoffte, eine Heimat zu finden oder jemanden, der mich lieben würde. Doch da war niemand. Schließlich endete es damit, daß ich einen Raum mietete, der einem Paar gehörte, das tief in New Age und Drogen verwickelt war. Während meines Aufenthalts dort las ich eine Menge über östliche Religionen und Heilungspraktiken. Die Frau, die Homöopathie praktizierte, zeigte ein wenig Interesse an mir und fing an, mit homöopathischen Substanzen zu experimentieren, die ich regelmäßig einnahm. Die Ergebnisse waren schrecklich und meine Eßstörung wurde schlimmer.
Um diese Zeit herum hatte ich meine Ausbildung abgeschlossen und fing an zu studieren. Ich brauchte Geld, also arbeitete ich in einer bekannten Werbeagentur, wo ich glaubte, die richtigen Leute zu treffen, die mir in meiner zukünftigen Karriere helfen könnten. Die Agentur bot eine saubere Welt voller Glamour und Prestige, jedoch völlig oberflächlich.
Es ergab sich, daß dort ein junger Mann arbeitete, der anders zu sein schien wie all die anderen Leute. Eines Tages, als er den Fotokopierer benutzte, fragte ich ihn, warum er so nett sei. Seine Antwort war, daß es nicht er sei, sondern Jesus in ihm, was mich anzog. Ich wußte nicht wirklich, wie ich mit dieser Antwort umgehen sollte, doch er lächelte nur und fragte mich, ob ich während der Mittagspause mit ihm spazieren gehen wollte. Ich stimmte zu und er öffnete meine Augen gegenüber dem Wort Gottes. Er erzählte mir von der Frau an dem Brunnen (siehe Johannes Kapitel 4 in der Bibel), und ich fühlte mich schrecklich überführt. Ich mußte an all die unterschiedlichen Beziehungen mit Männern denken, die ich eingegangen war. Dann zeigte er mir den Teil in der Bibel, wo es heißt, daß man seine Feinde und diejenigen, die einen verächtlich benutzen, lieben soll. Ich mußte an meinen Onkel denken, den verrückten Homöopathen und die vielen Männer, die Hoffnung in mir aufbauten, mich mit Liebe und einem Heim zu versorgen, aber das Interesse an mir verloren und von mir weggingen, sobald sie nur einen Schimmer von der emotionalen Last bekamen, die ich mit mir herumtrug. Am Ende sagte er mir, daß Gott ein himmlischer Vater sei, der niemals jemanden, der Ihn liebte, verlassen würde. Dies war die Antwort auf all meine Herzenswünsche... In meinen Gedanken machte ich Purzelbäume. Am Ende gab er mir ein Neues Testament. Dies wurde mein Rettungsseil und ich fing an, es in jeder freien Minute zu lesen.
Ich war überzeugt, daß Gott real war, und ich begann, den Leuten zu erzählen, daß ich jetzt Christ war. Ich sprach die ganze Zeit mit diesem neuen Freund, und nach Monaten geschah es, daß ich meine neugefundene Beziehung unbedingt mit anderen Leuten teilen wollte, die denselben Glauben hatten. Zu meiner Verwunderung schienen dort aber keine anderen Leute zu sein, mit denen ich dies teilen konnte. Zu dieser Zeit hörte ich auch auf, für die Agentur zu arbeiten, da mein Studium zu anspruchsvoll wurde und ich dort zu wenig Geld verdiente.
Eines Tages ging ich in eine Kirche und nahm einige Traktate mit Adressen mit, an die ich schreiben wollte. Auf meinem Heimweg mußte ich eine Brücke überqueren. In der Mitte blies ein Windstoß die Traktate aus meiner Hand, die dann vom Wasser mitgerissen wurden. In diesem Moment sagte ich zu Gott, daß, wenn dies die falschen Adressen waren, Er mich mit den richtigen versorgen soll.
Kurz danach wurde mir auf der Straße von einem jungen Mädchen ein Traktat gegeben, die sich auch meine Telefonnummer aufschrieb. Als ich zu Hause war, rief sie mich am gleichen Tag an und ich lud sie zu einer Tasse Tee ein. Von da an war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mich selbst in einer christlichen Versammlung wiederfand. In meinem Herzen wußte ich, daß Gott mein Gebet beantwortet und mich zu der richtigen Adresse geführt hatte. In der nächsten Versammlung wurde ich getauft und empfing den Heiligen Geist mit dem Zeichen der Zungensprache. All dies geschah vor nahezu 12 Jahren. Heute bin ich verheiratet. Ich lebe in einem schönen Haus mit meinem Kind und ein zweites ist unterwegs, mit einem Hund, einer Katze, einem Vogel und einer wundervollen ‘Familie’ von christlichen Freunden. Gott hat Sich Selbst wirklich als treu in all Seinen Verheißungen erwiesen. Er ist ein Freund und Versorger gewesen, der mich aus einem Leben schmerzhafter Verwirrung geführt hat und mich durch Sein Wort befähigt hat, mein Haus auf den Fels zu bauen.

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